Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung :

Es wird gestohlen, verschleppt, erpresst, gemeuchelt, genötigt, entführt, brandgestiftet, Verträge werden gebrochen oder arglistig umgangen, usw.

Anhand der  juristischen Tatbestände im Ring wird die Handlung erzählt, juristisch gewürzt und nicht ohne Ironie. Auch die geistesgeschichtlichen Zusammenhänge und Hintergründe des Werks, die für das Verständnis unbedingt nötig sind, werden erläutert.

Auf einer Großleinwand (Kinoleinwand) sieht das Publikum Ausschnitte aus der berühmten Inszenierung  des „Jahrhundert – Ring“ von   Patrice Chéreau der Bayreuther Festspiele  mit dem Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, am Pult: Pierre Boulez. Diese Filmeinspielungen unterstützen das Verständnis der Handlung und machen gleichzeitig den Abend auch zu einem Opernerlebnis erster Güte.

Neben dem Erklären der Handlung geht der Moderator auch auf die Entwicklung der unterschiedlichen Ring-Inszenierungen bis heute ein und erläutert die Sprache Wagners.

Bekannte Wagner-Sänger  wie z. B. Dame Gwyneth Jones, Siegfried Jerusalem bzw. Opernregisseure  sind in einem eigenen „Talk-Block“ einbezogen.

Sie erzählen über ihre Erlebnisse und Kuriositäten bei Ring-Inszenierungen, sprechen über das „Wagnerdeutsch“ und über die musik- und geistesgeschichtliche Bedeutung Richard Wagners.

Eingestimmt werden die Zuhörer mit dem Vorspiel aus dem Rheingold, danach erklärt der Präsentator kurz die Intention des Abends. Im ersten Teil werden Rheingold und Walküre „abgehandelt“, unterbrochen von  Einspielungen.

Nach der Pause geht es mit dem o.g. „Talk-Block“, Dauer ca. 15 bis 20 Minuten, weiter. Auch Siegfried und Götterdämmerung sind mit  Einspielungen „aufgelockert“.    Der Abend endet mit der Einspielung der Schlußszene aus der Götterdämmerung, Dritter Aufzug.

Textbeispiel:

Einführung

Wir haben uns die Herkules-Aufgabe vorgenommen, den Ring des Nibelungen nicht nur in zwei Stunden inhaltlich und musikalisch abzuhandeln, sondern auch noch seine juristischen Hintergründe offenzulegen – denn in keinem anderen deutschen Opernwerk wird so oft gegen Recht und Moral verstoßen wie im Ring !

Das ist kein Vorwurf gegen den großen Meister aus Bayreuth – im Gegenteil: ist es nicht ein bisschen beruhigend für uns, sich klar zu machen, dass auch Götter und Halbgötter im Grunde genommen „schwache“ Wesen sind, denen nichts Irdisches fremd ist und die zahlreichen Anfechtungen erliegen ?

Worum geht es im Ring wirklich? Nun, um nichts weniger als die Entstehung der Welt und ihren Untergang. In diesem Zeitraum, mit Rücksicht auf das Publikum auf vier Abende verkürzt, wird geraubt, gemordet, betrogen, entführt, der Unzucht gefrönt u.s.w.. Nach den heutigen Vorschriften zum Schutze der Jugend dürfte das Werk eigentlich erst ab 18 Jahren freigegeben sein. Doch legte man diese Maßstäbe an, müsste man auch die „Tagesschau“ und „Richterin Barbara Salesch“ ins Nachtprogramm verbannen …….

Konzept & Idee : carpe artem – München, Christian Reinisch

Präsentation: Sky du Mont

Buch: Dr. Marianne Reißinger – Alexander Lichtenberg

Künstlerische Beratung: Daphne Wagner

Realisierung: Kirch Media AG

DER RING DES NIBELUNGEN VOR GERICHT