Iris Berben setzt mit dieser musikalisch ergänzten Lesung ihr Engagement fort: Die positive Resonanz auf die Produktionen Das Tagebuch der Anne Frank – Tagebücher von Joseph Goebbels, 2002, und Hitlers Tischgesprächen im Führerhauptquartier – Zeugnisse von Holocaust-Opfern, 2004 –, ist noch nicht vergessen.

Rezitation: Iris Berben, mit Shalom Ensemble

Rezitation: Iris Berben, mit Shalom Ensemble

Für beide Projekte wurde Frau Berben mit Ehrungen bedacht. Man sollte meinen, dass heute – über 80 Jahre nach der großen Bücherverbrennung am 10. Mai 1933, nach jahrzehntelangen Versuchen der Aufarbeitung und Verarbeitung dieser Demonstration verheerender Kulturpolitik, die Beschäftigung mit dem Thema „Verbrannte Bücher – verfemte Musik – entartete Kunst“ historische, künstlerische und wissenschaftliche allenfalls psychologische Aspekte beherrschen. Aber nein – gerade im Vergleich mit der vorherrschenden Stimmung, in der vom Naturalismus und vom Expressionismus geprägten Kunstepoche, entdecken wir Parallelen – wenn auch unter anderen Vorzeichen. Allein jüngste Umfrageergebnisse genügen, um aufhorchen zu lassen: mehr als die Hälfte der deutschen Bundesbürger zweifelt an der Demokratie.

 

VERBRANNTE BÜCHER – VERFEMTE KOMPONISTEN