K1600_Iris Berben neu nicht rechtefreiIRIS BERBEN –  mit einem neuen – und diesmal mit einem leichten Programm!? – 

„Nun ja –  wie jeder es denn nehmen mag …“, kommentiert sie lächelnd selbst.

Iris Berben gehört sicher zu den vielseitigsten Schauspielerinnen unserer Tage; sie übernimmt stets Rollen mit ‚Tiefgang‘, gibt dem Charakter der jeweiligen Protagonistin seine lebensnahen Schattierungen und Brüche. Auf der Bühne stand sie bislang mit Carpe Artem Produktionen (Die Tagebücher der Anne Frank – Hitlers Tischgespräche – Verbrannte Bücher – Verfemte Musik)  – wie auch mit ihren eigenen Lesungen bewusst als ‚Unbequeme‘ vor ihrem Publikum. Und so verspricht denn ihr neues Weihnachtsprojekt auch, aber nicht nur!, schmunzelnde Kurzweil in (h)eiliger Festzeit, sondern zupft gekonnt mit den ironisch-kritischen Texten der ausgewählten Autoren an der Kuscheldecke, die wir uns alle so gerne gerade in dieser von Kerzenschein, Gebäck und Einkaufsrausch geprägten Zeit ums Gemüt hängen. ‚Eilige Nacht‘ ist – wie auch das Cover der unter diesem Titel bei Herder kürzlich erschienenen CD ‚warnt‘ – ein wunderbares Päckchen respektloser literarischer ‚Schrulligkeiten‘ mit kleinen Widerhaken: Ein phantastisches Gespinst, mit dem ein Kurt Tucholsky, ein Heinrich Böll und all die anderen gleichgesinnten Geister dem allzu ungeschminkten Blick in den Spiegel eine sanfte Schutzschicht geben. Iris Berbens Weihnachtslesung ist keine bittere Pille, nur eine wohltuende süß-saure Gurke zwischen Lebkuchen und Glühwein.

Nach gleicher Rezeptur interpretieren auch die Musiker des BRass Ensembles einige Weihnachtsklassiker und mischen dazwischen leise, anrührende Raritäten.

Anbei eine kleine poetische Kostprobe

Es gibt so wunderweiße Nächte

Es gibt so wunderweiße Nächte,
drin alle Dinge Silber sind.
Da schimmert mancher Stern so lind,
als ob er fromme Hirten brächte
zu einem neuen Jesuskind.

Weit wie mit dichtem Diamantstaube
bestreut, erscheinen Flur und Flut,
und in die Herzen, traumgemut,
steigt ein kapellenloser Glaube,
der leise seine Wunder tut.

Rainer Maria Rilke

 

Eilige Nacht