carpe artem – Pflücke die Kunst! Seit Christian Reinisch die Firma 1996 gründete, ist der Name Programm: Eine engagierte Botschaft, Perfektion in der Umsetzung und Kreativität auch im Detail sind unverkennbare Charakteristika erfolgreicher Eigenproduktionen, mit denen „carpe artem“ die Kunst als wirkungsvolles Medium vielfältiger und stets gegenwärtig-aktueller Themen nutzt. Dabei verbinden sich Literatur und Musik, das gesprochene Wort und große Emotionen gemeinsam zu Produktionen, die Höhepunkte europäischer Literatur- und Musikgeschichte verarbeiten, die durchaus gewollt auch von gesellschaftspolitischer Relevanz sind und darüber hinaus niemals auf den unverzichtbar unterhaltenden Wert von Bühne und Theater verzichten. „carpe artem“ kann heute nach 20 Jahren erfolgreicher Arbeit auf eine Vielzahl von Produktionen zurückblicken, die stets mit großen Persönlichkeiten der deutschsprachigen Theater-, Film- und Musikszene verbunden eine beachtliche Programmvielfalt bieten.

Die Namen der Künstler, die in den vergangenen 20 Jahren mit „carpe artem“ zusammenarbeiteten, repräsentieren zugleich 20 Jahre internationale Aufführungs- und Interpretationsgeschichte. Dazu gehören beispielsweise Mario Adorf, Agnes Baltsa, Iris Berben, Senta Berger, Toni Berger (†), Alfred Biolek, Klaus Maria Brandauer, Sky du Mont, Hannelore Elsner, Ingeborg Hallstein, Michael Bully Herbig, Michael Hofstetter, Christiane Hörbiger, Thomas Holtzmann, Jörg Hube (†), Dame Gwyneth Jones, Anna Maria Kaufmann, Christine Neubauer, Katja Riemann, Erol Sander, Otto Sander (†), Maximilian Schell (†), Hanna Schygulla, Martin Stadtfeld, Friedrich von Thun, I.D. Mariae Gloria Fürstin von Thurn und Taxis, Cordula Trantow und Michael Verhoeven, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Ob die Bauernmesse von Annette Thoma, die immer wieder neu mit Geschichten über bayerisches Brauchtum kombiniert wird, ob die „Bayerische Weihnacht“, ein alljährlicher Publikumsmagnet in der Münchner Philharmonie, oder die Acht Jahreszeiten, eine lyrische Reise durch die „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi und Astor Piazzolla mit Senta Berger, die bei BMG-Ariola Classic auf CD erschienen – jede Veranstaltung entfaltet einen eigenen und unverwechselbaren Charme.

In Tagebücher der Anne Frank und Joseph Goebbels mit Iris Berben verband „carpe artem“ Literatur, Musik und Dokumentation zu einem „Schauspiel“, das unter die Haut ging. Das mit einem „Bambi“ ausgezeichnete Projekt geriet zur Aufforderung zu einer bewussten Auseinandersetzung mit einem Stück deutscher (Zeit-)Geschichte und zum Anstoß individuellen Begreifens. Ebenso erfolgreich war das Nachfolgeprojekt mit Iris Berben: Hitlers Tischgespräche aus dem Führerhauptquartier und Aufzeichnungen von Holocaust-Opfern. Beide Produktionen waren im gesamten deutschsprachigen Raum zu sehen, letzteres darüber hinaus auch in Paris. Nach Verbrannte Bücher – Verfemte Komponisten, ein Abend nicht nur mit bedrückenden Momenten, sondern mit Mut, den Blick auch auf humorvolle Arabesken, auf private Miniaturen, auf Menschliches jenseits und neben der Welttragödie  zu richten, folgt aktuell die Produktion Ich bin in Sehnsucht eingehüllt.  Dieses neue Projekt mit Iris Berben und dem Pianisten Martin Stadtfeld setzt sich u.a. mit der Lyrik der jungen jüdischen Dichterin Selma Meerbaum-Eisinger mit dem Holocaust und den Folgen rechtsextremistischen Denkens auseinander.

Zu den erfolgreichen Eigenproduktionen von „carpe artem“ gehört weiterhin Das Parfum mit Hannelore Elsner, eine audiovisuell gestaltete Lesung des Bestsellers von Patrick Süskind, die den Zuschauer mit allen Sinnen in den Bann der schaurig-schönen Geschichte zieht. Der unvergängliche Zauber nordischer Mythen lebt in Peer Gynt – Der Faust des Nordens. Friedrich von Thun erzählt die Handlung des dramatischen Schauspiels von Henrik Ibsen anhand einer zeitgemäßen Textadaption, musikalisch begleitet u.a. mit den „Peer Gynt“-Suiten von Edvard Grieg.

Das beziehungsreiche Zusammenspiel von Literatur und Musik zieht das Publikum nicht nur in den großen Sälen, sondern auch unter freiem Himmel in seinen Bann: In

Ein Sommernachtstraum schlüpfte Friedrich von Thun u.a. in die Rolle des Puck, Mendelssohns legendäre Schauspielmusik zum Shakespeare-Drama spielten bei der Premiere die Nürnberger Symphoniker, in späteren Aufführungen das Klavierduo Ines & Anna Walachowski. Darüber hinaus ist „carpe artem“ mit seinen Produktionen regelmäßig im Rahmen der Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele in Regensburg sowie bei den alljährlichen Open-Air-Aufführungen im Brunnenhof der Münchner Residenz zu Gast: Hier gehört seit Jahren eine von „carpe artem“ neu bearbeitete Inszenierung des Jedermann von Hugo von Hofmannsthal mit Publikumsliebling Christine Neubauer in der Rolle der Buhlschaft zu den Höhepunkten der sommerlichen Veranstaltungsreihe. Ein glanzvolles Konzert in alter britischer Tradition ist die Last Night, bei der Premiere in Regensburg mit I.D. Mariae Gloria Fürstin von Thurn und Taxis als Moderatorin.

I.D. Mariae Gloria Fürstin von Thurn und Taxis moderiert seit 2010 auch das Projekt Mystik der Gregorianik, in dem Gesänge und Texte, die zwischen dem 7. Jahrhundert unter Papst Gregor I. und Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert entstanden, das Publikum noch heute mit ihrem archaischen Tiefgang berühren. Über Hofmannsthals Mysterienspiel hinaus präsentiert „carpe artem“ Christine Neubauer seit 2013 auch mit dem Soloabend Und immer lockt das Weib. Begleitet von Armin Fischer am Klavier liest, erzählt und singt die beliebte Schauspielerin einen bunten Reigen zum unerschöpflichen Thema des Ewigweiblichen.

Hanna Schygulla präsentiert mit Der Tango, Borges und Ich Weltliteratur des 20. Jahrhunderts: Text und Musik skizzieren traumverlorene Bilder von Buenos Aires, erzählen von den  Straßen und Friedhöfen, den uralten Patios und vergitterten Gärten der Stadt. Hinein in die dunkle Leidenschaft Lateinamerikas führt auch die Produktion El Café Orfeo: Hier verflechten Solisten des Bayerischen Staatsballetts die tragische Liebe Orpheus’ und Eurydikes mit der erotisch emotionsgeladenen Klangwelt Astor Piazzollas.

Ungebrochener Beliebtheit beim Publikum erfreut sich Senta Berger mit ihrer musikalisch untermalten Lesung Wiener Melange: Alfred Polgars Blick auf die kleinen Alltäglichkeiten zwischen IHR und IHM lässt die Grande Dame mit ihrer unnachahmlich hintergründig-ironischen Stimme lebendig werden. Ebenso köstlich belebt sie den Zauber Shakespeare’scher Liebeslyrik: Seine Sonette an „The Dark Lady“, jene geheimnisvolle Unbekannte im Leben des englischen Dramatikers, fügen sich mit Shakespeare-inspirierten Kompositionen der großen Romantiker unter dem Titel With Shakespeare in Love zu einem großen Orchester-Projekt zusammen.

„carpe artem“ zeichnete für das Tour-Arrangement von Bin schon Gaukler 50 Jahr’ von Armin Mueller-Stahl verantwortlich. Eine weitere neue Eigenproduktion entstand mit einer der größten Legenden deutschsprachiger Schauspielkunst: Maximilian Schell fühlte sich mit Das Beethoven-Projekt in die Seelenwelt des zunehmend schwerhörigen Komponisten ein, dessen Melancholie, dessen Kampfgeist, und vor allem dessen republikanisch-demokratische Gesinnung und gesellschaftliche Weitsicht sich in seinen Briefen widerspiegeln. In die Abgründe der menschlichen Seele führt auch Erol Sander mit einer szenisch gestalteten Rezitation aus Oskar Wildes Roman Das Bildnis des Dorian Gray über die dramatische Beziehung zwischen Schönheit und Sittlichkeit und die Rolle der Kunst – der Kunst, die sich durchaus auch diesseitiger zu präsentieren vermag: In Michael Bully Herbigs Karneval der Tiere sorgte der derzeit beliebteste Komödiant Deutschlands gemeinsam mit der Russischen Kammerphilharmonie St. Petersburg und den berühmten Klängen Camille Saint-Saens‘ für einen „tierischen Spaß“.

Ab Herbst 2017 steht eine erneute Zusammenarbeit von Erol Sander und „carpe artem“ auf dem Programm: In Agatha Christies Ein Mord wird angekündigt. Ein Fall für Miss Marple übernimmt der charismatische Darsteller als Inspektor Craddock die Ermittlungen. Bereits im Januar 2017 startet mit Sofies Welt. Das Abenteuer des Denkens ein neues Projekt mit Katja Riemann: In einer szenischen Rezitation mit musikalischen Einspielungen liest die vielseitige Schauspielerin aus Jostein Gaarders berühmten Roman über die Geschichte der Philosophie.